Kopf-Penetration

In seinem Kopf penetrierte sie ihn seit Tagen. Sie wollte einfach nicht gehen. Dauerpenetration, in manchen Augenblicken hätte er am liebsten seinen eigenen Kopf vom Rumpf gerissen.

Wegreißen. Damit endlich Ruhe ist. Ruhe. Du penetrierst mich auch so heftig, weil ich seit Tagen mit mir und mit dir alleine bin.

Selbstgewählte Isolation, wenn Sie geht, dann geht auch er immer wieder in die Isolation.

Heute Morgen hat er das auf dem Weg zum Strand förmlich gespürt. Da ist was sehr frühes. Eine vorsprachliche Isolation, die entweder zur Lähmung oder zur Aggitation und Panik führt.

Nach dem Frühstück ist er auf das Zimmer, hat ein paar Zeilen geschrieben und sich dann auf´s Bett gelegt mit einem Buch.

Nach vier Seiten legte er es zur Seite. Er hatte das Gefühl sterben zu wollen. Sein Blick schweifte aus dem Fenster auf den klaren blauen Himmel und er hoffte einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen.

Einschlafen. Wenige Minuten später sank er in einen unruhigen Schlaf. Als ob alle Kraft und Energie ihn verlassen hatte. Erschöpft wachte er nach zwei Stunden wieder auf vom Saugen- und Putzen der Reinigungskräfte.

Die Lust das Leben fahren zu lassen hatte ihn übermannt. Benommen stand er auf, packte ein paar Sachen in den Rucksack, um anschließende zum Meer zu laufen.

Unterwegs der Gedanke, beim Abschied nicht zu viele Sachen da zu lassen, die den Angehörigen nur Scherereien bringen würden.

Also das Geld für die Rückführungskosten, Sarg und Auto, dafür konnte er vorsorgen. Mit dem Zug anreisen und die Asche hier verstreuen lassen wäre vermutlich das einfachste für alle gewesen.

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